Die Geschichte der Computer-Monitore- und ein Blick in die Zukunft

Im Bereich der PC-Monitore hat sich in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Entwicklung vollzogen. Von großen und schweren Röhrenmonitoren ging der Trend dabei immer mehr zu flachen und flacheren Modellen. Heute sind die Monitore kaum noch einen Zentimeter dick; zudem bringen sie auch kaum noch Gewicht mit sich. Doch angefangen hat die Geschichte des Monitors ganz anders. Formate wie 13 oder vierzehn Zoll waren vor Jahren noch normal. Die Errungenschaften der Computerindustrie weiß daher wohl nur der zu schätzen, der mit diesen Monitoren noch gearbeitet hat. Technisch waren die Modelle zwar aktuell und durchaus modern, doch vor allem für die Augen war das dunkle Geflimmer alles andere als gesund. Vor allem Brillenträger werden diese Monitore negativ in Erinnerung haben. Aus diesem Grund kann der Einsatz von Flachbildschirmen durchaus als Verwöhnprogramm bezeichnet werden – sie liefern ein gestochen scharfes Bild und sind in Größe und Auflösung Meilen von dem entfernt, was früher Standard war. Screenshots in 320 x 240 Pixeln sind passé.

Die klassische „Röhre“ wird zum Flachbildmonitor

Wie auch bei den älteren Fernsehgeräten basiert auch die Technik beim Röhrenmonitor auf der Kathodenstrahlröhre von Ferdinand Braun. Das obere Ende bei diesen Monitoren bildeten Geräte mit ungefähr 53 Zentimetern Bildschirmdiagonale im sichtbaren Bereich. Durch die Erhöhung der Pixelzahl bei gleichbleibender Größe ist nur bedingt umsetzbar gewesen, da der Pixelabstand die Größe festlegte. Größere Geräte hingegen konnten mehr Inhalt darstellen, da mehr Pixel untergebracht werden konnten. Bei den Röhrenmonitoren gab es ebenfalls eine Entwicklung. Die Monitore konnten Farbe widergeben und der Sichtbereich wurde flacher. Dies führte dazu, dass die Inhalte weniger verzerrt dargestellt werden konnten. Auch im Bereich Schärfe und Qualität wurde Optimierungsarbeit geleistet. In der heutigen Zeit haben Röhrenmonitore kaum noch Relevanz und viele Hersteller haben die Produktion derartiger Geräte eingestellt.

Unabhängig von den erwähnten Nachteilen in der Bilddarstellung haben Röhrenmonitore auch viel Strom verbraucht und verschlissen schnell. Allerdings gab es auch Vorteile. So konnte und kann ein Röhrenmonitor alle unterstützten Auflösungen darstellen und es gibt kaum Reaktionszeiten beim Bildaufbau. Auch der Schwarzwert dieser Monitorart ist in aller Regel ausgezeichnet. Inzwischen – spätestens seit dem Jahr 2000 – geht die Entwicklung zum Flachbildschirm. Diese Monitore werden häufig auch als TFT-Monitore bezeichnet, was sich auf den Begriff Thin Film Transistor bezieht. Damit bezeichnet man ein Aktiv-Matrix-Display, welches sich heute in jedem LCD-Display finden lässt.

LCD wurde bereits 1968 erfunden

Mit Hilfe der DSM-Methode (Dynamic Stuttering Mode) wurde die Urtechnik, die hinter LC-Displays steckt, bereits im Jahr 1968 erfunden. Bei der Darstellung von Farben bleibt der LCD-Bildschirm vom Grundprinzip her gleich. Ein Pixel besteht aus insgesamt drei Subpixeln,, welche rote, grüne und blaue Farbe darstellen können. Anstelle eines Kathodenstrahls wie beim Röhrenmonitor sorgen hier Flüssigkristalle dafür, dass das Bild erzeugt wird. Durch die Anpassung der Spannung ändern diese ihren Zustand. Alle Pixel eines Flachbildschirms leuchten übrigens dauerhaft, da die Hintergrundbeleuchtung dauerhaft aktiv ist. Die Flüssigkristalle sorgen dann dafür, dass durch eine unterschiedliche Spannung die Helligkeit reguliert werden kann. Das auf diese Weise polarisierte Licht kann so stark oder weniger stark an der Oberfläche dargestellt werden.

Bereits vereinzelt verfügbar und für die Zukunft ein echter Trend ist die aufwendige PVA- und auch MVA-Technik. Ein höheres Kontrastverhältnis sowie ein größerer Blickwinkel sind hierbei als klarer Vorteil zu nennen. Die Schaltzeiten sind allerdings bei derartiger Technik noch nicht dem Standard entsprechend.

LCD-Technik hat auch Nachteile

Die heutzutage genutzte LCD-Technik hat im Vergleich zum alten Röhrenmonitor durchaus auch ihre Nachteile. Die native Auflösung sowie die Reaktionsgeschwindigkeit muss hier ganz klar genannt werden. Qualitativ zeigt ein LC-Display schlechtere Bilder an, da der Monitor hier innerhalb der Lochmaske skalieren muss. Der Röhrenmonitor kann bei niedriger Auflösung einfach mehrere Punkte der Lochmaske überfahren. Die Schaltzeiten der Kristalle wirken sich ebenfalls negativ aus, da sie eine gewisse Zeit benötigen ehe sie sich ausgerichtet haben. Bei zu hoher Ausrichtung können auf dem Monitor zudem Schlieren entstehen.

OLED-Technik als Wegweiser für die Zukunft

Auf Messen und in einigen Geräten verbaut kann man bereits heute den Trend für die Zukunft bestaunen und erkennen. Mit der OLED-Technologie wird in Zukunft wohl fast jedes Modell im Bereich der Flachbildschirme ausgestattet sein und die bisher gängige Technik ersetzen. Ein sehr hoher Kontrast sowie das Entfallen der Hintergrundbeleuchtung sind hierbei die primär zu nennenden Vorteile. Niedrige Fertigungskosten sowie neue Einsatzgebiete sind ebenfalls zu erwarten, da die OLED-Struktur auf beinahe jedes Material gedruckt werden kann. Es ist zudem biegsam und der Energiebedarf ist im Vergleich zur LCD-Technik merkbar geringer. Gleiches gilt auch für reduzierte Reaktionszeiten.

Einzig die Lebensdauer bei OLED-Techniken ist noch ein kritischer Punkt. Rote OLEDs sollen eine Haltbarkeit von zehn Millionen Stunden haben, blaue OLEDs hingegen halten nur rund 150.000 Stunden. Die Praxisnähe dieser Werte ist allerdings umstritten. Dazu verlieren OLEDs im Laufe der Zeit an Leuchtkraft, sodass ein regelmäßiger Austausch erforderlich wäre. Für die Zukunft aber sind mit solch einer Technik durchaus auch aufrollbare Displays denkbar, die bequem wie eine Zeitung in der Tasche verstaut werden können.

Monitore: Neue Trends und Entwicklungen

Vor kaum zehn Jahren sah der Markt der Computer-Monitore noch gänzlich anders aus. Fast ausschließlich Röhrenmonitore waren damals verfügbar und eine Fernseh-Bildröhre diente als Bildschirm. Erfunden von etwa einhundert Jahren hat die Braunsche Röhre heute beinahe ausgedient, wenn es um Monitore für den Einsatz am Computer geht. Keine andere Technik erreichte bis zum Jahr 2000 diesen Standard, auch die seinerzeit erhältlichen LCD-Monitore konnten nicht mithalten.

Erst um die Jahrtausendwende hat sich hier eine Menge getan. TFT-Monitore kamen zum Einsatz, die eine aktive Matrix aus Dünnfilm-Transistoren nutzen und worüber einzelne LCD-Bildelemente angesteuert werden. Inzwischen ist diese Technik weitgehend ausgereift und bietet hohe Kontrastwerte sowie einen großen Betrachtungswinkel. Auch die Reaktionszeiten liegen lediglich im Bereich von Millisekunden. Von selber leuchten die LCD-Bildelemente dabei nicht. In Abhängigkeit zur anliegenden Spannung verändern sie ihre Polarisation und werden auf diese Weise durchsichtig oder auch undurchsichtig. Bei einem solchen Flachbildschirm ist der Energiebedarf der größte Posten und nicht zu vernachlässigen. Einen wesentlich günstigeren Energiebedarf haben beispielsweise TFT-LED Monitore, die typabhängig bereits mit 10 Watt auskommen. Normale TFT-Monitore hingegen arbeiten im Bereich zwischen 30 bis 50 Watt. Ein Umschalten in den Stand-by Betrieb ist aus diesem Grunde durchaus anzuraten. Viele Geräte wechseln bei Nichtnutzung nach einiger Zeit vn selbst in diesen Zustand.

Multimedia sorgt heute für hohe Anforderungen

Heute sorgen Unterhaltungselektronik und Computertechnik dafür, dass die Anforderungen an die Monitore immer mehr zunehmen. Insbesondere das Zusammenwachsen der Themenbereiche spielt hier eine Rolle. Computer werden heute nicht mehr nur ausschließlich für die Arbeit genutzt, auch kann man mit ihnen Fernsehen, DVDs abspielen oder Actiongames spielen. Damit hier die bestmögliche Auflösung genutzt werden kann, sollten die Verwendungswünsche bereits bei der Auswahl vor dem Kauf berücksichtigt werden.

HD ist dabei nicht mehr nur ein Trend, sondern immer häufiger auch Standard. Vor allem bei TV und Video Anwendungen ist eine HD-Ausstattung zu empfehlen. Aus diesem Grund sollte bereits bei der Auswahl des Monitors auch die Auflösung und die optimale Darstellung Berücksichtigung finden. Neben dem VGA-Anschluss sollte dabei auch eine DVI- oder besser noch eine HDMI-Schnittstelle vorhanden sein. Als optimales Bildschirmformat für Multimedia-Anwendungen jeglicher Art ist ein Seitenverhältnis von 16:9 anzuraten. Auch im 3D-Sektor sind inzwischen spezielle Monitore verfügbar. Wird die dazugehörige Brille verwendet, lässt sich eine realistische räumliche Darstellung auf dem Bildschirm erleben.

Bislang weniger bekannt oder verbreitet sind hingegen Monitore mit Touchdisplay. Zu ihrer Bedienung werden weder Maus noch Tastatur benötigt und alle Befehle werden via Touchgeste ausgeführt. Hierzu müssen allerdings auch das Betriebssystem sowie die Benutzeroberfläche entsprechend ausgerüstet sein. Vor allem finden derartige Touchdisplays im Bankwesen ihren Einsatz. Zahlreiche Geldautomaten lassen sich auf diese Weise bedienen.

AOC und Philips erreichen Hoch beim Marktanteil

Im Verkauf neuer Monitore konnten die Hersteller AOC und Philips ihre Spitzenposition in Europa festigen. Der Fokus von Innovationen und Wachstumssegmenten gewährleistet dabei eine kontinuierliche Steigerung der Marktanteile in einem stabilen, europäischen Monitormarkt. AOC und Philips erreichen zusammen mehr als 13 Prozent der Marktanteile, bislang handelt es sich dabei um den höchsten erreichten Wert. Dabei geht der Trend eindeutig zu großformatigen Bildschirmen. Der Absatz von Monitoren in 27-Zoll-Größe wuchs alleine im letzten Quartal 2013 um mehr als 40 Prozent. In diesem Segment konnten die beiden Hersteller einen Marktanteil von 27 Prozent belegen. Die kontinuierliche Entwicklung von Innovationen und die Konzentration auf Kundenbedürfnisse werden von Unternehmensseiten als Ausschlag für den erhöhten Erfolg gewertet.

PC-Monitore: Absatz weltweit leicht rückläufig

Insgesamt allerdings ist der Absatz von PC-Monitoren weltweit leicht rückläufig. Im vierten Quartal 2013 sank der Absatz gegenüber dem dritten Quartal um 0,4 Prozent. Der Absatz lag damit zwar noch 2,9 Prozent über den Vorhersagen, allerdings 3,8 Prozent hinter den Vergleichszahlen aus dem vierten Quartal 2012. Laut der International Data Corporation (IDC) ist der leichte Rückgang beim Monitor-Absatz mit dem allgemeinen Rückgang an PC-Verkäufen zu begründen. Für das erste Quartal 2014 erwartete die IDC einen weltweiten Rückgang um knapp ein Prozent. Nur noch 31,7 Millionen Einheiten sollen demnach in den ersten Monaten im Jahr 2014 verkauft worden sein. Im Bezug auf die Jahresprognose korrigierte die IDC ihre Schätzungen allerdings leicht nach oben – von 125,2 Millionen auf 125,6 Millionen Einheiten. Im Vergleich zum Vorjahr würde dies einen Rückgang um 8,6 Prozent ausmachen. Bis zum Jahr 2018 erwarten die Experten zudem einen Rückgang auf nur noch 104,8 Millionen verkaufte Einheiten pro Jahr.

In den letzten fünf Jahren verkauften die Monitor-Hersteller vorwiegend Geräte in der Größe 21 Zoll. Das Verhältnis 16:9 dominiert dabei mir 78 Prozent deutlich. Gemessen am Gesamtumsatz konnten in der jüngsten Vergangenheit auch Monitore mit LED-Hintergrundbeleuchtung zulegen. Hierbei war ein Zuwachs von 14,4 Prozent im Jahr zu verzeichnen. Mit einem TV-Tuner ausgestattete Monitore lagen im Jahr 2013 bei einem Marktwert von 5,4 Prozent, bis zum Jahr 2018 ist hier ein Marktwert von 7,9 Prozent realistisch. Mit nur 0,4 Prozent sind Monitore mit Touchscreen weiterhin abgeschlagen und beinahe ohne Relevanz.

Die Geschichte der Monitore und ihre Zukunft